Mein Weg zum Glück

 

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Hoffnung- einst und damals... voller Liebe

  • Es war einmal.....

    ein kleiner Junge. Der saß wie jeden Abend in seinem Bett und las in der Bibel, so wie es ihm seine Eltern aufgetragen hatten. Da es Sommer war, hatte er sein Fenster geöffnet und die Abendsonne schien herein. Seine Augen wurden immer schwerer und er konnte sie kaum noch geöffnet halten.

    Er war kurz eingeschlafen, als zu ihm ein leises Flattern durchdrang. Er öffnete die Augen und auf seiner Bettdecke hockte flügelschlagend ein kleiner, bunter Schmetterling und schaute zu ihm auf. Verwundert darüber, dass ein Schmetterling das konnte, wollte er schon zurückschrecken, als dieser auch noch anfing glockenhell zu lachen.

    Der Junge starrte den Schmetterling an und konnte seine Blick nicht von ihm lösen. Schnell flog das kleine Tierchen hoch zur Zimmerdecke und zeigte ihm lustige Flugfiguren. Unvermittelt sprach der Schmetterling den kleinen Jungen an.

    " Weißt du, kleiner Junge, ich bin verzaubert worden und dich habe ich ausgewählt mir zu helfen." ein kleiner Looping folgte den Worten.

    Der Junge öffnete den Mund - um ihn gleich wieder zu schließen. Der Schmetterling sprach unbeeindruckt weiter:" du musst mir DEN einen Namen geben. Den schönsten Namen den du kennst. Aber es muss der Wahrname sein, der mir das Unsiversum bei meiner Geburt gegeben hat. Alle Menschen könnten auf dieser Welt den gleichen Namen habe, aber jeder von Ihnen hat einen eigenen Namen vor Gott und der Welt. Er ist wie ein Fingerabdruck unverwechselbar. Er ist der Schlüssel zur Seele."

    Dem Jungen erschien der Auftrag einfach und schon schwoll ihm die Brust vor Stolz, denn er dachte, dass das zu schaffen sei. Besser als gegen Drachen kämpfen oder was die Helden sonst in Märchen bewältigen mussten. Er lächelte den Schmetterling zuversichtlich an und fing an die schönsten Namen zu rufen, die ihm einfielen.

    "Synthia!" - nichts passierte " Leonie!"- wieder nichts!

    So ging es eine Weile weiter, in der dem Jungen eine Menge schöner Namen einfiel, bis der Schmetterling sein dünnes Ärmchen hochhielt und "Stop!" fiepte. Traurig ließen beide den Kopf hängen.

    " ich komme nächstes Jahr wieder" seuftze der Schmetterling und als er weg flog, fehlte ihm einige winzige kleine Punkte am Flügel.

    Ein Jahr darauf saß der Schmetterling wieder auf der Bettdecke des Jungen. Dieser hatte im Laufe des Jahres einen ganzen Sack voller schöner Namen gesammelt.

    "Na los!" forderte ihn der Schmetterling auf.

    "Karl-Heinz!"

    Der Schmetterling und der Junge kugelten sich vor Lachen auf dem Boden. Ganz aus der Puste begann der Jungen seine Vorschläge aufzusagen. Doch wie im Vorjahr passierte nichts. Als der Schmetterling weg flog, um im nächsten Jahr wieder zu kommen, fehlte ihm weitere winzige Punkte am Flügel.

    So vergingen die Jahre. Der Junge wurde ein junger Mann, mit vielen Träumen und dem Mut sie zu leben. Jedes Jahr besuchte ihn der Schmetterling und er versuchte sein Bestes seine Aufgabe zu erfüllen. Er sammelte Namen aus der ganzen Welt und schließlich erfand er sogar welche.

    Es vergingen Jahrzehnte. Aus dem jungen Mann, wurde ein ernster Mann, in dem die Träume schlummerten, zu denen er nie Zeit gefunden hatte sie zu leben. Jedes Jahr besuchte ihn der Schmetterling, der durch den Verlust der winzigen Punkte immer farbloser wurde. Mittlerweile fehlten ihm ganze Farben. Die Zusammentreffen der Beiden wurde immer hoffnungsloser und trauriger.

    Eines Tages, der Mann war in seinem 46. Lebensjahr, saß er im Schlosspark in Heidelberg, als der Schmetterling sich zu ihm setzte. Sie ließ ihre kleinen, dürren Beinchen schauckeln. Beide schauten auf die Erde. Keiner sprach ein Wort.

    Nach einer Weile ergriff der Mann das Wort: " Ich habe keine Namen mehr für dich. Keinen einzigen neuen Namen konnte ich dieses Jahr finden." Seine Tränen fielen auf die Erde. Er weinte um den Schmetterling der immer noch, nach all den Jahren, vertrauensvoll auf ihn schaute.

    " Ach, Farfallina..." seufzte er und Nebel stieg auf. Er konnte nichts mehr sehen. Seine Haut kribbelte. Als sich der Nebel verzog, stand eine Schmetterlingsfrau vor ihm, die ihn anlächelte und seine Hände nahm. An seinem Rücken flatterte etwas unkontrolliert und er bemerkte verwundert die Flügel, die ihm gewachsen waren.

    Farfallina, endlich beschenkt mit ihrem Wahrnamen, lächelte immer noch und sagte mit fröhlich-sanfter Stimme: " Komm, lass uns Träume leben" und sie erhoben sich zum Flug und zum ewigen Tanz.

    ... und wenn sie nicht gestorben sind, dann fliegen sie noch heute dem Himmel entgegen.

18.5.14 18:45
 


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